Mobile Praxis für Pferdephysiotherapie
Bruno Stanitzki, staatl. gepr. Masseur/Lymphdrainagetherapeut, ausgebildeter Pferdemasseur, Pferdeakupunkteur
& Vital-Wellen-Therapeut / 0176/50470349
 

Ursache von Rückenproblemen beim Pferd

 Konstitution (Körperbau) des Pferdes: Die Konstitution des Pferdes spielt eine wichtige Rolle bei Rückenerkrankungen. So sind Pferde mit einem kurzen Rücken wahrscheinlich häufiger betroffen als Pferde mit einem langen Rücken. Auch haben grossrahmige Pferde mit einer schwachen Kruppe eher mehr Probleme als andere Pferde. Ganz allgemein haben kleinere und kompaktere Pferde weniger häufig Rückenprobleme.

 Verletzungen, Unfälle: Infolge von Stürzen und anderen Unfällen kann es zu Verletzungen des Rückens kommen. Zerrungen von Bändern, Muskelrisse, Frakturen oder selbst Verschiebungen von Wirbeln können durch starke traumatische Einwirkungen am Rücken entstehen. Häufig werden die Folgen dieser Veränderungen erst nach Wochen oder Monaten erkennbar.

 Reiter: Der Hauptverursacher von Rückenproblemen ist wahrscheinlich der Reiter selber. Fehlendes Wissen um die normale Anatomie und Physiologie des Rückens, fehlende Reitkenntnisse, mangelnde Ausbildung und übertriebener Ehrgeiz können zu Rückenproblemen führen. Am Anfang vieler Rückenerkrankungen stehen wahrscheinlich Krampfzustände der kurzen und langen Rückenmuskulatur. Die verkrampfte Rückenmuskulatur wird sehr schlecht durchblutet und kann damit wenig oder überhaupt nicht aufgebaut werden. Neben der langen Rückenmuskulatur sind besonders auch die kleinen Muskeln zwischen den einzelnen Wirbeln betroffen. Damit fehlt die stabilisierende Funktion für die anderen Elemente des Rückens, wodurch die einzelnen Wirbelgelenke und wahrscheinlich auch die Dornfortsätze vermehrt belastet werden.

Nur ein korrekt trainiertes und ausgebildetes Pferd kann mit Hilfe der oberen Verspannung das Reitergewicht tragen. Unter der oberen Verspannung versteht man die Verbindung des Kopfes mit dem Hals, dem Rücken, dem Kreuzbein und der Nachhand über das Nackenband und die Nackenplatte. Sobald diese obere Verspannung vom Reiter nicht genützt werden kann, muss das Pferd das Reitergewicht unter Zuhilfenahme der dafür ungeeigneten Rückenmuskulatur tragen. Damit wird das Pferd steif, die Vorder- und Hintergliedmassen sind blockiert und auch die Atemmuskulatur wird verspannt. Die ständige unphysiologische Belastung der Rückenmuskulatur führt zu weiteren Muskelschädigungen.

Diese Krampfzustände werden durch mehrere Reitfehler ausgelöst:

-Fehlende Lösungsphase zu Beginn des Reitens, was sich vor allem bei schwierigen Pferden fatal auswirken kann

-Ungenügende Ausbildung des Pferdes und/oder des Reiters

-Unsachgemässes Reiten: schlechter Sitz, falsch angewendete Zwangsmassnahmen wie Schlaufzügel

-Mangelnde Bemuskelung vor allem am Rücken

Sattel: Der Sattel muss sowohl dem Reiter als auch dem Pferd optimal angepasst werden. Ein falsch aufliegender Sattel kann zu vielen Erkrankungen wie Drücke, Muskelverkrampfungen und wahrscheinlich auch zu Veränderungen der Bänder und Wirbelgelenke führen.

Sportliche Höchstleistungen: Die von den Pferden verlangten sportlichen Höchstleistungen können auch zu Schäden am Bewegungsapparat führen. Dies gilt nicht zuletzt für den Trabrennsport, wo eine unnatürlich hohe Geschwindigkeit in einer Gangart verlangt wird, die nicht dem natürlichen Verhalten des Pferdes entspricht. Bei diesen hohen Geschwindigkeiten würde das Pferd seiner Natur entsprechend lieber galoppieren.